16 Juni, 2007

Weltrettung-Klappe, die 3.487ste


Neulich war es mal wieder soweit, nach meinem Talent die Welt zu retten wurde mal wieder gefragt. Der Mut verlässt mich dabei nie, denn wie so oft will die Welt gar nicht gerettet werden und ich blamier mich einfach nur. Da ich aber der festen Überzeugung bin irgendwann Richtig zu liegen, mach ich fleißig Alarm, sobald mir was nich so ganz suspekt ist. So wie neulich:
Gerade war ich unterwegs bei meinem allabendlichen Spaziergang (oder aber auch "Kontrollgang", wie ich ihn mittlerweile nenne). Ich schaute wie Kate und Leo auf das Meer, ja gut auf den Rhein, hinein in die letzten Sonnenstrahlen, die die Wogen des Wassers kitzelten und zum glitzern brachten.
Doch was war das!!!??? Demdümdemdümdemdüm!!! (einspieler: musik des weißen hai`s) Durch das glasklare Wasser des Rheins zog sich ein verdächtiger Streifen. Er war bräunlich gelb, gar ocker mit einer leichten vanillenote und er kam direkt von, ...oh nein!!! Von der Schiffstankstelle!!! (Zwar weiß ich nich, ob das ne Schiffstankstelle ist, so stell ich mir aber eine vor!) Sofort war mir klar, dass ich handeln musste. Unzählige Menschen könnten sterben, von Wasseregeln( Wasser-egeln!) ganz zu Schweigen. Also lief ich sicheren Schrittes, ohne auf die Mahnung meines Freundes zu hören, dass ich mich eh wieder nur blamieren würde, wie damals als ich das Veterinäramt gerufen hab, wegen der sterbenden Fische im Teich, bei denen es sich rausstellte, dass sie sich nur sonnen. Aaaber: Der frühe Vogel fängt den Wurm!...ja gut passt nicht so...ähm,...ah! Vorsicht ist besser als Nachsicht! dacht ich dann, und bin flugs zum Pförtner des nahegelegenen Chemiewerks marschiert, welches ich aus karrieretechnischen Gründen hier vorab noch nicht nennen werde (Tipp: Es reimt sich auf ein tierisches Produkt des Huhns in der Mehrzahl. Füxe sind gefragt!)
Pförtner kenne ich als dicke grauhaarige fast Rentner, die glauben sie würden "arbeiten", also was solls! An meiner Pforte saß allerdings ein junger Spunt. Naaa super, dacht ich mir, das wird ja echt peinlich, wie ich hier in meiner Öko-Leinen-Jacke, mal so bescheid sage, dass das böse Chemiewerk Dreck inn Fluss pumpt. Am liebsten hätt ich mit dem Satz begonnnen, dass ich nicht von greenpeace bin und nicht nackt, an den zaun gefesselt, mit faulen Eiern von glücklich Hühnern werfe, hab mich dann aber für einen einfachen Kalauer entschieden. Zum Glück hat der nette Kerl mir meine Panikmache auch direkt abgenommen und wollte den fatalen Vorfall melden, nachdem wir gemeinsam den mysteriösen Schmutzstrahl beschaut haben.
Gute Arbeit!, dacht ich mir und war mächtig stolz. Gaaanz langsam entfernte ich mich wieder dem Tor, weil ich stark vermutete, dass nachdem der Vorfall gemeldet worden ist, der Verein mein Name wissen wollte, um mir für meine grandiose Heldentat zu danken. Spätestens Ende des jahres hatte ich endlich die golde Ehrennadel der Stadt sicher! Im Kopf ging ich schon mal verschiedene Posen und Hintergründe durch, für die Bilder die bald überall in den zeitungen zu sehen sein werden. Exil-Hessin rettet Deutschland! Melanie Kubitschek`s* Mut belohnt die Welt!(*Name von der Redaktion geändert)- Naja, leider hatter vergessen zu fragen...
Trotzdem weiß ich für mich, meine Tat und meinen Mut zu schätzen, denn kurze Zeit später hörte der ins Wasser gepumpte Strahl wieder auf.
Meine Tat hat sich auch schon durch die ganze Stadt gesprochen, denn die drei Bäckereifachverkäuferinnen heute morgen beim Bäcker (wie naheliegend!), schauten mich an, als wär ich nicht ordentlich frisiert, schlecht geschminkt und total verpennt, worüber ich mich grad tierisch aufregen wollte, weil immerhin bin ich nur ma eben um die Ecke Brötchen holen und ich wusste nich, dass man dafür als Starschnitt auftreten muss. Bevor ich motzig wurde, fiel mir dann aber ein, dass es wohl eher...hmm, nennen wir es, - Ehrfurcht- war!

Übrigens gibts auch noch die Möglichkeit, das ich ein fatalen Umweltskandal aufgedeckt hab und ich bald auf ominöse Weise verschwinden werde. Für diesen Fall hoffe ich, dass ihr, ihr die da wisst, wie ich mein Leben gab, um das eure zu schützen, meine Tat anmessend würdigt!
Apropos: Ein alter Schmidteinander-Trailer gab mir gestern den genialen Denkanstoß, dass (früher oder) später bei meiner Beerdigung bitte nicht jeder ne Schaufel voll Dreck auf mein Sarg kübelt, sondern das, was mir gut und lieb in meinem Leben war: Tortenstückchen!!!